Der Londoner Rundfunk hatte sich in den 50/60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kritisch mit unstimmigen und widersprüchlichen Aussagen im Rundfunk und in der DDR-Presse auseinandergesetzt. Der Titel

"Der verwunderte Zeitungsleser"

kommt einem auch heutzutage mitunter in den Sinn.



MILLIARDENGRAB.

( Vermächtnis der Herren Dr. Helmut Kohl und Prof. Günter Krause)

Ein regionales Blatt befaßt sich, berechtigterweise ein Dauerbrenner, mit der zeitens des Erfolgsteames Kohl/Krause in den Bundesverkehrswegeplan geschriebenen ICE-Trasse von München nach Berlin über Erfurt. Die Schnapsidee soll Prof. Krause vom damaligen thüringer Verkehrsminister eingepflanzt worden sein, wurde Teil des (ersten) Bundesverkehrswegeplanes der Regierung Kohl, mithin Gesetz. Für die Landesregierung in Erfurt zählten weder Altenburg noch Gera zu Thüringen, sie sah thüringer Interessen allein durch den Umweg über ihre Landeshauptstadt berücksichtigt. Die sächsische Landesregierung hatte dabei zunächst friedlich geschlafen, wachte dann aber auf. Insbesondere der Wirtschaftsminister Schommer lief Sturm für die (natürliche wie historische) Trasse über Plauen, Werdau, Altenburg und Leipzig. Vor der Bundestagswahl 1998 war Ruhe angesagt, nach der Wahl stoppte die neue Regierung das Projekt, der vorgefundene Bundesverkehrswegeplan war hoffnungslos unterfinanziert, eine Fata Morgana mithin. Sofort brach ein Stoiber-Sturm aus München los. Es seien schon ein paar Millionen verbuddelt, denen müßten nun auch noch FÜNF MILLIARDEN DM (damaliger Ansatz) nachgeworfen werden. Die werden bei der Umleitung über Erfurt insbesondere zur Untertunnelung des Thüringer Waldes gebraucht. Es herrschte eine große CDU-Empörung über den Baustopp, die angekündigte Überprüfung auch dieses Projektes durch die rot-grüne Regierung. Schommer rangelte noch ein Weilchen, dann hatte er sich mit der Unsinnsvariante ausgesöhnt, war auch dafür. Schließlich hatte Berlin das Projekt in die Mottenkisste gesteckt. Und gegen die dortige Regierung galt es zu polemisieren, was sind da "sächsische" Interessen.

Nun näherte sich die Chose ihrem vorläufigen Höhepunkt. Auf einem "Ost-Parteitag" in Magdeburg öffnete die SPD die Mottenkiste und war nun plötzlich auch für den Umweg über die thüringer Landeshauptstadt. Im Bundestag beschlossen ist glücklicherweise noch nichts. Die sinnlos zu vergrabenden Milliarden sollen als Beweis für ein nahtlos von Kohl und Schäuble bis Schröder und Müller geheucheltes Interesse an den neuen Ostprovinzen gelten.

Nun wird in vorgenanntem Blatt ein Gutachten des Münchener Verkehrsberatungs-Büros Vieregg-Rößler GmbH (ansehen) vorgestellt, welches nunmehr für die Strecke über JENA eine Einsparung von 5,5 Mrd EURO gegenüber dem Tunnelwahn ausrechnet.

Der verwunderte Zeitungsleser kann die vorgelegten Rechnungen weder prüfen, noch nachvollziehen. Er kann sich jedoch die Deutschland-Karte ansehen.

Da ist doch in der damaligen BRD eine ICE-Strecke zwischen den damals dort, neben Köln, größten Städten Hamburg und München völlig neu gebaut worden. Gebirge wurden durchbohrt, riesige Täler überbrückt. um möglichst die kürzeste und damit schnellste Verbindung zu bekommen.

Etwas hinderte eine weitere Verkürzung. Kein Berg, kein Fluß, kein Meer. Die DDR.

So wurde die neue Trasse um diese herumgeführt. Die Nord-Süd Trasse macht einen Bogen um Thüringen, verläuft haarscharf westlich um das Land.

Heute gibt es weder eine DDR noch Blöcke in Europa. Die aus georgraphischen Gründen für Europa bedeutendere Ost-West-Verbindung erhält ihre überragende Bedeutung zurück. Trotzdem wird eine weitere leistungsfähige Nord-Süd Verbindung in Deutschland gebraucht.

Die NORD-SÜD-Trasse der Herren Kohl, Krause, Stoiber, Vogel, Milbradt nähert sich in Höhe Erfurts bis auf (unter) 100 km der ICE-Strecke Hamburg-München an. Bei einer OST-WEST-Ausdehnung Deutschlands von rund 500 km eine wahrhaft überwältigende Planung. Diesen Unsinn zu erkennen und zu verhindern, sind die Bundestagsabgeordneten aller Parteien aufgerufen. Eine weitgehnd parallele zweite NORD-SÜD-Trasse zu Hamburg-München ist Resourcenvernichtung. Es gilt, die kürzeste Strecke auszubauen. Nicht eine nahezu parallele Strecke aus dem Boden zu stampfen. Die Verbindung über Leipzig, Altenburg, Werdau und Plauen ist nicht nur geographisch kürzer und topologisch einfacher, sie erschließt auch dichter besiedelte Gebiete. Nachdem der City-Tunnel in Leipzig gebaut wird, kann es keine andere Entscheidung geben.

26. Juni 2002



LOHNVERZICHT

( Arbeitgeberverbände )

Heute berichtet die Zeitung mit den großen Buchstaben unter Bezug auf eine Umfrage einer ihr wohl nahestehenden anderen Zeitung, 67 % der Arbeiter wären bereit, auf Teile ihres Lohnes zu verzichten, so sie damit ihren Arbeitsplatz erhalten könnten. Die sogleich befragten "Arbeitgeberverbände" würden dies als guten Weg zur Erhaltung bedrohter Betriebe, bzw. damit dortiger Arbeitsplätze sehen.

Da schweigt des Sängers Höflichkeit. Das wird nämlich nicht funktionieren.

Der günstigste Fall wäre noch, die Unternehmer durch Mißwirtschaft der Chefs (hohe Entnahmen, Unfähigkeit, Größenwahn, ...) in die Bredouille geratener Firmen würden die bei den Arbeitern herausgepreßten Summen zur erneuten Vervielfachung ihrer Entnahmen verwenden, ihren eigenen Luxus in die Höhe treiben oder weiteren Reichtum anhäufen. Das würde zwar die vielgepriesene soziale Gerechtigkeit weiter verkommen lassen, die Sozialkassen weiter schmälern (Unternehmer sind nicht pflichtversichert); die Auswirkungen spielten sich jedoch innerhalb der deutschen Gesellschaft ab. Eine weitere inländische Umverteilung. Wenn wir das so wollen, bitte schön.

Gefährlicher wäre es für den Standort Deutschland, so der durch die Kürzung des Lohnes zu einem (schmutzigen/d.A.) Kostenvorteil gekommene Betrieb sich tatsächlich im Wettbewerb stärken und durchsetzen könnte, wie das die "Arbeitgeberverbände" (angeblich) annehmen, jedenfalls gegenüber der Öffentlichkeit herauskehren. Dann würde nämlich der nächstschwächere, jetzt noch den wirtschaftszweigeinheitlichen (Flächen-)Tarif zahlende, Betrieb in Schwierigkeiten kommen. Das Spiel könnte von neuem beginnen, er wäre der nächste Kandidat zur Absenkung des Lohnes. Und so weiter. Bis alle Betriebe mit dem Lohn im Keller sind.

Ergebnis des Lohnverzichtes in dem gerade "bedrohten" Betrieb wäre nicht dessen Erhaltung. Wenn der Unternehmer seine Bude nicht besser führt, wird diese wieder, jetzt mit dem mitlerweile in der ganzen Branche niedrigeren Lohn, das schwächste Glied der Kette sein, vor der Pleite stehen. Ergebnis des, gutgemeinten, Lohnverzichtes ist der Arbeitsplatzverlust, jetzt mit niedrigerem Lohn, weniger Ersparnissen, ...

Dies wäre jedoch "nur" die Auswirkung der Tarifvertragsverletzung auf die Arbeiter der Branche. Oder auf die Arbeiter aller Branchen, die Unternehmer argumentieren (zum Schaden Deutschlands, mithin zu ihrem eigenen Schaden) in allen Branchen so.

Wieso wäre dies nun zum Schaden des Standortes Deutschland ? Weil die Arbeiter, insbesondere die leistungsfähigsten, sich dies heutzutage nicht ewig ansehen, in der Endkonsequenz Deutschland verstärkt in Richtung von finanziell gerechteren Gesellschaften verlassen würden (Auswanderungswelle). Zuerst gingen die jungen Arbeiter ohne Familienbindung. Die Überalterung der deutschen Gesellschaft würde verstärkt.

Hier hört der Spaß auf, müssen die Lohnabsenker gestoppt werden.

Die Gefahr des Exodus ist keine realitätsferne Spinnerei. Bereits jetzt verlassen junge qualifizierte Leute Deutschland, etwa in Richtung Irland, Holland, Östereich, ... Und so etwas kann zum Trend, zum Selbstläufer werden.

Wie eben jetzt in Ostdeutschland zu sehen. Nachdem das Trio Infernale Kohl/Weigel/Breuel die wenigen von den Kommunisten übriggelassenen entwicklungsfähigen Betriebe ruiniert oder der Konkurrenz zum Ausschlachten, Schließen o.ä. ausgeliefert hatten, ließen sich die ostdeutschen Jugendlichen zunächst in "außerbetrieblichen" Lehrstellen und mit schlecht bezahlten Arbeiten im Lande halten. Als aber nach dem Regierungswechsel 1998 die Konjunktur in Westdeutschland anzog, verliesen und verlassen diese in Scharen die angestammte Heimat, die wesentlich besser bezahlten, qualifizierten Arbeitsplätze zu besetzen.

Eine ähnliche, hoffentlich weniger starke, Entwicklung könnte die Folge einer so "kleinen", von den "Unternehmerverbänden" geschürten, Änderung sein.

Den Flächentarifvertrag nach Späth'scher (Un-)Logik aufzukündigen, die Einkommen der Arbeiter dem freien Fall auszuliefern, ist die eigentliche Gefahr einer Änderung der Mehrheitsverhältnisse in Berlin zugunsten des Herrn Stoiber und der Partei der Besserverdienenden.

Jedenfalls, so die "Unternehmerverbände" mit der Theorie durch Lohnverzicht "sicherbarer" Arbeitsplätze recht hätten.

Diese Art "Sicherheit" von Arbeitsplätzen wäre der Anfang vom Ende der deutschen Wirtschaftskraft. Glücklicherweise ist es mit den "67 % der Arbeiter" wohl nicht so weit her. Die Arbeiter wissen schon, "was Sache ist". Zumindest stehen der "Umfrage" handfeste Fakten entgegen. Etwa die über 70 % der Metaller im (mehrheitlich CDU wählenden) Land Baden-Würtemberg, welche sich in diesem Jahr nicht veräppeln liesen und für einen Streik stimmten. Und, dies ist kein Einzelfall. Erinnert sei an die Metaller in Berlin-Brandenburg oder die Bauarbeiter, welche nach Jahrzehnten erstmals Klartext sprachen.

Im Übrigen: Ob die "Unternehmerverbände" (deren Vorturner) ernsthaft an bessere Wettbewerbschancen durch niedrigere Löhne glauben, erscheint fraglich. Es wird ihnen wohl doch "nur" um ein noch größeres Stück vom gesellschaftlichen Kuchen für ihr Wohlleben gehen:

Wie man in einer regionalen Zeitung am 10.7.2002 lesen konnte, ermittelte das diesen sicher bekannte, wenn nicht nahe stehende, Institut der Deutschen Wirtschaft die ARBEITSKOSTEN (mit allen Abgaben) in WESTDEUTSCHLAND zu über 26 EURO/Std. in OSTDEUTSCHLAND zu 16,86 EURO/Std.

Wie glaubwürdig sind also die "Unternehmerverbände", deren Herren Stiehl, Hundt, ... ?

Welche Wettbewerbschancen hätten danach die Unternehmer seit 1990 ungenutzt in Ostdeutschland brach liegen lassen ?

Nicht um 10 % niedrigere Arbeitskosten, nicht um 20 % niedrigere Arbeitskosten, nein, noch im Vorjahr um über 45 % niedrigere Arbeitskosten vermochten die Herren Stiehl & Co nicht zu bewegen, ihre Produktionsstätten nach Ostdeutschland zu verlegen ! Gegenteilig wurden eher Produktionsstätten im Osten geschlossen.

Das Lamento über die Arbeitskosten verinnerlicht, müßten sich die Herren Unternehmer ob ihrer dann erwiesenen Unfähigkeit (die sich in Ostdeutschland auftuenden "Wettbewerbschancen" zu nutzen) unverzüglich ihre eigenen Entlassungspapiere ausstellen.

Das diese dies nicht tun, läßt das Geschwätz von der "Rettung" von Betrieben und Arbeitsplätzen durch Lohnverzicht eindeutig als Unsinn erkennen. Deshalb ist die Politik berufen, diesem Irrweg nicht zu folgen, den bewährten Schulterschluß mit den Gewerkschaften zu pflegen.

26. Juli 2002

ANMERKUNG: Daß die Unternehmer kaum Betriebe nach Ostdeutschland verlagern, eher umgekehrt, läßt deren Lamento über zu hohe Kosten und Steuersätze, welche ihnen die Möglichkeit zu Reinvestitionen nähmen, als Zweckbehauptung erkennen. Offenbar ist im Unternehmensbereich, wie auch durch das verfügbare Einkommen belegt, noch viel Luft. Die Absenkung des Spitzensteuersatzes durch die Regierung Schröder, erweist sich als fataler Irrtum, insbesondere für Ostdeutschland. Die Unternehmer brauchen Druck, sich zu bewegen, keine Hängematte.

Die Unternehmer haben die Erleichterungen zur Kenntnis genommen, mit den Mehreinnahmen durch die Steuerreform Monopoli gespielt, Kreuzfahrten unternommen, eine neue Villa gebaut, kostspielig die Gespielin/den Gespiele gewechselt, ...

Investiert haben sie nur bescheiden. Dann können wir nicht nur, dann müssen wir deren Entlastung durch die Steuerreform auf den Prüfstand stellen. Ein Instrument, daß nicht wirkt, muß abgeschafft werden. Zum "verplembern" (etwa Kauf halb bankrotter Betriebe durch die Telecom Ron Sommers im Amerika, Übernahmen von Rover oder Crysler, Zukäufe in aller Welt) haben wir die Unternehmen nicht von Steuern entlastet, fast befreit. Es war damit auf das Lamento über die zu niedrige Eigenkapitalquote reagiert worden, an den Kauf von Wasserentsalzungsanlagen auf Inseln im Atlantik war dabei nicht gedacht worden.



SEIT GESTERN WIRD IN DIE EIGENE TASCHE GEARBEITET

(Karl Heinz Däke, Bund der Steuerzahler )

Eine regionale Zeitung verbreitet heute, wie auch weitere Medien, die afp-Meldung, wonach der "Bund der Steuerzahler " seit drei Jahren den "Steuerzahler-Gedenktag" berechne. Es würden Steuern und Abgaben ins Verhältnis zum Volkseinkommen gesetzt und diese Quote (z. Z. 56%) auf das Jahr umgerechnet. Diese Quote ist Däke als selbsternanntem Anwalt der Steuerzahler, wie jedem zur Zahlung verpflichteten, zu hoch.

Um die Abgaben zu senken, sei eine rasche Reform der Arbeitslosen- und Sozialhilfe nötig. Die Bürger müßten dafür ihre Ansprüche an den Staat zurückschrauben.

Die derzeitige Lieblingsidee der Herren Hundt, Stiehl, Rogowski u. Co soll uns also jetzt mal aus Sicht des Däke'schen Steuerzahlers, mithin (suggeriert man) jedermannes, schmackhaft gemacht werden. Daß wir Steuern und Abgaben für unseren eigenen Staat, seine Verteidigung, die eigenen Renten, die Schulen unserer Kinder, den öffentlichen Nahverkehr, den polizeilichen Schutz, Zuschüsse an ansiedlungswillige Unternehmer, ... (aber auch für Nettozahlungen an die EG, Militäreinsätze außerhalb des NATO-Gebietes, Abfindungen für Biedenkopf oder Vehse, Politikerflüge) entrichten, geschenkt. Auch die Zuschüsse an Unternehmer, welche gnädigerweise einmal einen Arbeitslosen einstellen oder in einem "Praktikum" vom Arbeitsamt bezahlen lassen, spielen keine Geige. Die nehmen die Herren gern.

Was stört, ist, daß wir den kleinen Mann, den wir bereits auf die Straße gesetzt haben, nicht noch weiter demütigen können.

Nachdem sich die auf Hilfe des Staates angewiesenen auf den Osten Deutschlands, das Verbreitungsgebiet o. g. regionaler Zeitung, konzentrieren, fragt sich der Zeitungsleser, warum dies unkommentiert bleibt. Meint man, noch weiter in die Armut gedrückte Menschen würden bis zuletzt das Blatt kaufen, die Chemnitzer Arbeitsplätze sichern ?

Däke sägt am Ast der Region. Solange uns und unserer Jugend überpropotional Arbeitsplätze vorenthalten werden, wird das Volk hier zum Abwandern gezwungen. Däkes Traum verwirklicht, werden die verbleibenden Seßhaftesten sich keine Zeitung mehr leisten können.

24. Juli 2002



IVAN REBROFF IST AUSVERKAUFT. MANCHE GEHEN TAGS DARAUF NOCH ZU DEN KASTELRUTHER SPATZEN. DA KANN ES DEN CRIMMITSCHAUERN NICHT SO SCHLECHT GEHEN, ...

(T.O.*)

... vernahm ich heute zur Situation in Crimmitschau.

Tatsache, die Eintrittspreise werden sicher beachtlich hoch sein.

Tatsache, wer diese Gelder ausgeben kann, wird nicht am Hungertuch nagen.

Ja, es gibt genügend Leute in Crimmitschau und Umgegend, welche sich diese Veranstaltungen leisten können. Und darüberhinaus noch vieles mehr. Ohne Frage.

Ist aber, das Einzugsgebiet betrachtet, die Folgerung richtig ? Kann man so etwas angesichts der Tausende von Bürgern, welche in den letzten Jahren zufolge fehlender Arbeitsplätze die Heimat verlassen mußten, ernsthaft behaupten ? Kann man das den verwaisten Eltern erzählen, die ein einsamer Lebensabend ohne Kinder und Enkel in erreichbarer Entfernung erwartet; ganz anders, als sie es sich je vorgestellt hätten ? Geht dies mit den christlichen Geboten zusammen ? Was ist mit den Familien, welche zwecks Erwerbsarbeit eine oder gar mehrere Wochen auseinandergerissen sind ? Wieviel Leid kann man ihnen noch zumuten ? Sind diejenigen, welche weder Ivan Rebroff noch die Kastelruther Spatzen oder sonst eine Veranstaltung besuchen können, unseres Mitgefühles wert ? Welcher Menschengruppe galt die besondere Fürsorge Gottes ? Für wen öffnete er bevorzugt sein Haus ?

Zu viele Fragen. Jedenfalls haben die, mehrheitlich gewählten, Verantwortlichen versagt. Der, von anderen Gemeinden erst noch erhofften, Anbindung an das Bundesfernstraßennetz zum Trotz ging die Bevölkerung stärker zurück, als in jeder Gemeinde des Landkreises.

Da wir unsere Leistungsfähigkeit in der Geschichte bewiesen haben, braucht uns nicht bange zu werden. Wir müssen zur nächsten Gelegenheit neue Verantwortungsträger bestimmen. Die zurückgewonnene Demokratie gibt uns die Chance, in den Wahlkabinen die unfähigen Kräfte zu verabschieden. Dieses Recht mußte schwer genug erkämpft werden, nutzen wir es.

Auch und gerade Herr T. O.* wird dazu gebraucht. Am absoluten Tiefpunkt angekommen, kann jede Veränderung nur eine Verbesserung bedeuten. Sehen wir uns jetzt um, möglichst starke Alternativen bereitzuhalten. Bringen Sie sich jetzt ein. Beitrittswunsch !

06. August 2002

* Name zwecks Quellenschutzes geändert

GELADENER KREIS

(Stadtverwaltung Crimmitschau)

Die am Mittwoch im PLEISSENTAL-BLICK avisierte Veranstaltung um 18:00 Uhr in der Aula der Käthe-Kollwitz-Schule zu Crimmitschau erweist sich nach "Nachfrage bei der Stadtverwaltung" der "größten ostdeutschen Heimatzeitung" (25./26. Mai 2002) als nicht für die Öffentlichkeit zugängig. Vielmehr seien ein exclusiver Kreis "beteiligter" und eingeladener interessierter Bürger willkommen. Diese sollten über die Tauglichkeit von Ersatzstandorten für die auf der Grundschule montierte Mobilfunkantenne informiert werden.

Wen soll das interessieren, wer soll da hingehen, fragt sich der verwunderte Zeitungsleser ?

War nicht bei Vertragsabschluß wie beim Aufstellen (wie sich später herausstellte ohne die erforderliche Baugenehmigung) die ausschließliche Zuständigkeit des damaligen OB herausgestellt, die Beteiligung von Stadtrat wie Öffentlichkeit als nicht erforderlich bezeichnet worden ? Wie soll das bei der im Januar versprochenen Demontage anders sein ? Wir, das Volk, warten nun lediglich auf die Vollzugsmeldung des Abbaues. Braucht es dazu einer Versammlung ? Bauliche Veränderungen bemerkt das örtliche Blatt eigentlich relativ schnell, ohne Versammlung. Notfalls würde uns die Demontage auch allein auffallen.

Ob es einen tauglichen Ersatzstandort gibt, interessiert nur am Rande. Wenn Stadtrat wie Öffentlichkeit als Lehre aus dem jetzigen Drama bei einem neuen Anlauf beteiligt werden, um so besser.

Soll die Zusage vom Januar etwa scheibchenweise an taugliche "Ersatzstandorte" gebunden, allmählich gebrochen werden ?

08. August 2002



VERFASSUNGSBESCHWERDE NICHT ANGENOMMEN

(Bundesverfassungsgericht )

Wie unter Berufung auf ddp in der Wochenendausgabe der "größten ostdeutschen Heimatzeitung" zu lesen, wurde die Verfassungsbeschwerde des FDP-Kanzlerkandidaten Guido Westerwelle gegen seinen Ausschluß vom "Fernsehduell" seiner Mitbewerber aus SPD und CDU "nicht zur Entscheidung angenommen".

Der Parteivorsitzende der FDP hatte also versucht, das Bundesverfassungsgericht wegen einer Fernsehsendung zu bemühen.

Kein Gericht bemüht haben hingegen nach einem Bericht in selbiger Zeitung offenbar die Damen und Herren des Crimmitschauer Stadtrates, die Rechtmäßigkeit der vom allseits gelobten Regierungspräsidium Chemnitz am letzten Tag seiner Zuständigkeit für Crimmitschau erdachten Amtszeitverlängerung des Crimmitschauer Bürgermeisters überprüfen zu lassen. Jedenfalls habe man ohne Diskussion und einstimmig den Wahltermin auf den 25.5.2003 gelegt.

Das verwundert insofern, als im Vorjahr das Blatt "Pleissental-Blick" unter Hinweis auf den Fraktionsvorsitzenden einer Stadtrats-Partei von einer durch diese Partei eingereichten Klage beim Verwaltungsgericht berichtete. Was ist wohl daraus geworden ? War dazu kein Ton zu sagen ? Wenn Schiedo wegen des Fernsehduelles das Bundesverfassungsgericht bemüht, kann man dann nicht auf eine versprochene Beschäftigung des Verwaltungsgerichtes Chemnitz mit der Ungeheuerlichkeit der "Amtsverlängerung" rechnen ? Jedenfalls wenigstens einen Ton dazu hören ? Wer sich auf eine Klärung verlassen hatte, merkt nun: April, April.

Hier wundert sich der Zeitungsleser. Ist der Katalog der Heldentaten des Herrn Zippel so lang, daß sein "amtieren" parteiübergreifend möglichst für ewig gewünscht wird ? Der Zeitungsleser sammelt unter PZ anläßlich der Wahl derartige Taten. Schicken Sie Beispiele:

Kontakt:

Mail an den webapprentice

Übrigens wird der gleiche Name wie seinerzeit im Pleissental-Blick als Verfasser des Sitzungsberichts genannt. Der Satz "Nach der gerichtlichen Anfechtung der Wahl Peter Zippels im Jahr 1994 geht dessen Amtszeit erst im August 2003 zu Ende." wird mancherorts leider so aufgefaßt, als habe das Verwaltungsgericht eine neuneinvierteljährliche Amtszeit Peter Zippels bestätigt. Das ist nicht der Fall. Bestätigt wurde die Gültigkeit der Wahl Peter Zippels vom 26.6.1994 vom Anfang an, wie bereits am 26.6.1994 vom Gemeindewahlausschuß festgestellt. Die Wahlanfechtung Peter Deisenhofers war damit vom VG zurückgewiesen worden. Eine gerichtliche Überprüfung der Konstruktion des Regierungspräsidiums steht noch aus, es gibt dazu keine Rechtsprechung.

31. August/01.September 2002



PREISVERGLEICH Bombastus Mundwasser.

(City-Apotheke. Inh. Frank Hoff // Apotheke am Bahnhof. Inh. Rosina Grahnert.)

Heute macht sich der Zeitungsleser statt über ein Blatt, mal über zwei Rechnungen für die gleiche Sache her. Alle Zahlen auf den Packungen identisch (PZN -0692736, Art.-Nr. 80 4005 03 usw.).

Es soll ja, man denke etwa an das Arbeitsstellendefizit in Crimmitschau, Leute mit durchaus mehr als einer Wohnung geben. Die kaufen dann ihre Zahnspühlung sinnigerweise gleich mehrfach. Etwa von einer Firma aus Freital. Zur Unterstützung nach dem Hochwasser, oder überhaupt als Ostprodukt. Etwa die 50 ml-Packung mit Kräuterextrakten und 62 Vol.-% Alkohol. Und wundern sich:

Selbstverständlich führen unterschiedliche Verhältnisse bei verschiedenen Apotheken auch zu unterschiedlichen Kalkulationen und Preisen. Da lohnt sich schon der Vergleich. Für die Zukunft. Also, Anhalten am Bahnhof Crimmitschau, rein in die Apotheke. Die alte Flasche habe ich gleich mal mitgebracht: "Bitte vollmachen !", scherze ich nach Altväterart. "???"

Natürlich haben sie alles denkbare da, nur eben hier heißt es bestellen. Ich könnte es dann ab Montag früh bekommen. Also, bestellen: "Auch gleich bezahlen ?" - "Geht auch." Macht 3,81 Euro in der Apotheke am Bahnhof. Aber die Warterei.

Also losgestiefelt, auf den Markt. Rein in die City - Apotheke. Vielleicht haben sie hier ja einen größeren Vorrat ("Großhandel" !). Das gleiche Spiel: "Bitte vollmachen !" Wieder nichts vorrätig. "Gleich bezahlen ?" Geht auch hier: Das kostet 5,20 Euro in der City - Apotheke . Warum frage ich nur nie vorher ? Die gleiche Ware ! Jetzt nichts anmerken lassen: "5 Euro und 20 Cent ?". Es bleibt dabei. Na sowas !

Heute habe ich die zwei Packungen eingesammelt. Die Quittungen habe ich mir hergelegt, ich könnte die Zahlen sonst nicht glauben. Wie machen das nur die Tankstellen ? Da findet sich selten ein Cent Unterschied pro Liter. Macht dort damit so um ein Prozent Abweichung.

Hier bezahle ich am Crimmitschauer Markt über ein Drittel mehr.

Das Problem ist die, an sich unstrittige, Preisauszeichnungspflicht. Beim Bananenhändler wie im Hosenladen kann ich, leider meist nur mit Brille, die Preise aus mehr oder weniger großer Entfernung erkennen. In den Apotheken ist die Ware nicht vorrätig. Ich kann so keinen Preis ablesen, mit oder ohne Brille. Die Auszeichnungspflicht ist durch die fehlende Warenpräsenz unterlaufen. Ich müßte jedesmal vorher fragen. Und mich auf die Richtigkeit der Ansage verlassen. Wie nun, wenn man xyz als zahlungskräftig einstufte und regelmäßig einen höheren Preis von ihm einkassierte ? Wie wollte der das wohl merken ?

02. September 2002



zu Blatt [1] [3]wechseln.

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